Sie erreichen uns telefonisch Montag bis Freitag unter

Tel 0234/96 115-0
Fax 0234/96 115-25

kanzlei@bochum-recht.de

Rechtsanwälte EHRHARDT & KREYER - Ihr PARTNER. Rechtsanwälte EHRHARDT & KREYER - Ihr PARTNER. Rechtsanwälte EHRHARDT & KREYER - Ihr PARTNER.

Aktuelles der Kanzlei Ehrhardt & Kreyer

Aktuelle Entscheidungen, Themen und Fragestellungen

OLG Hamm zur „höheren Gewalt“ nach Sturmschäden 10.08.2017

Die Wetterbedingungen haben sich in den letzten Jahren drastisch geändert. Immer häufiger kommt es zu Unwettererscheinungen wie bspw. „Kyrill“ im Jahre 2007 oder „Ela“ im Jahre 2014, welche zum Teil verheerende Auswirkungen auf Landschaft und Gebäude hatten. Nach derartigen Sturmereignissen berufen sich die Versicherer häufig auf die berühmt-berüchtigte „höhere Gewalt“ die einen Versicherungsfall ausschließt und der Geschädigte bleibt auf den erlittenen Schäden sitzen.

Eine solche pauschale Behauptung „höherer Gewalt“ ist jedoch nicht ausreichend und in vielen Fällen lohnt es sich, die Ansprüche dennoch weiterzuverfolgen. Ein von uns vertretener Geschädigter erlitt im Rahmen des Sturmes „Ela“ einen massiven Schaden auf seinem Grundstück, da die Solaranlage des Nachbarn vom Dach gerissen wurde und durch die folgende „Explosion“ das Grundstück des Mandanten mit Glassplittern kontaminiert war. Der Nachbar bzw. dessen Versicherung lehnten eine Regulierung des Schadens mit dem Hinweis ab, dass dieser durch „höhere Gewalt“ verursacht worden sei. Wir klagten die Schadensersatzansprüche des Nachbarn erfolgreich sowohl beim LG Bochum als auch beim OLG Hamm ein, so dass die Versicherung den Schaden trotz des „Jahrhundertsturms“ Ela begleichen musste.

Maßgeblich ist wegen der geänderten Wetterverhältnisse nach mittlerweile gefestigter Rechtsprechung die sog. „erweiterte Beaufortskala“; für „höhere Gewalt“ müssen also Windstärken von mehr als 150 km/h festzustellen sein, was selbst bei heftigen Orkanen eine Seltenheit ist. Dazu müssen die Windgeschwindigkeiten auch noch nicht nur allgemein, sondern konkret am Schadensort nachweisbar sein. Der Verweis auf weit entfernt liegenden Wetterstationen genügt hierfür nicht. Dementsprechend war der Schaden trotz des Jahrhundertsturms durch den Nachbarn bzw. die Versicherung zu ersetzen und es lohnt sich hiernach, auch bei heftigen Unwetterereignissen die Ansprüche weiterzuverfolgen und sich nicht pauschal auf die angeblich „höhere Gewalt“ verweisen zu lassen.

Wenn Sie aufgrund von Wetterereignissen Schadensersatzansprüche gegen den Verursacher oder die Versicherung geltend machen wollen, können Sie sich gerne an Rechtsanwalt G. Arno Hilgenstock, Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht wenden.


» zurück